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Interview mit Felix Bodmann von Der Schnutentunker

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Felix Bodmann von Der Schnutentunker

Felix Bodmann von Der Schnutentunker

„Wein ist wie Musik, Malerei oder Literatur.“

Beschreibe deinen Blog in zwei Sätzen und erkläre, was das Besondere daran ist!

Der Schnutentunker ist mein privates Weintagebuch und es zeichnet sich durch einen eher augenzwinkernden Stil aus. Ich erzähle Anekdoten aus dem Leben eines Menschen, der extrem viel rund um das Thema Wein unternimmt und entsprechend viel erlebt.

Wie bist du auf die Idee gekommen einen eigenen Weinblog zu starten?

Wein als Mittel der Distinktion oder Objekt der Besserwisserei finde ich furchtbar. Leider dominieren in der öffentlichen Diskussion die Wichtigtuer. Da dachte ich mir: Meine Plattform, meine Regeln – und startete vor bald sieben Jahren meinen Blog.

Welcher Wein ist dein persönlicher Favorit?

Immer der nächste Wein auf der Agenda. Ich finde Erkenntnisgewinn so aufregend wie Genuss. Deswegen kaufe ich eigentlich nie mehr als drei Flaschen von einem Wein. Stamm- oder Lieblingsweine habe ich nicht.

Welche Kriterien sind für dich bei der Bewertung eines Weines entscheidend?

Das erste und wichtigste Kriterium ist das gleiche wie bei (hoffentlich) jedem anderen auch, egal ob Laie oder Profi: Schmeckt mir der Wein? Danach geht es vor allem um Komplexität und Harmonie. Wein ist da wie Musik, Malerei oder Literatur. Je besser wir uns auskennen und je länger wir uns damit beschäftigen, desto komplexer darf es sein, hoffentlich ohne dass wir die Lust am Einfachen gänzlich verlieren.

Weißwein, Rosé , Rotwein oder doch lieber Sekt?

Weißwein, vor allem heimischer.

Welcher ist der teuerste Wein, den du bisher getrunken hast?

Das ist gar nicht so einfach zu beantworten, denn es waren meistens Flaschen, die teils seit Jahrzehnten nicht mehr irgendwo gehandelt wurden. Was kostet ein 1943 Schloss Johannisberger Riesling ‚Rosalack‘ oder 1921er Kiedricher Gräfenberg Riesling Spätlese? Wenn so etwas heute überhaupt gehandelt wird, dann meist auf Auktionen, häufig für einen guten Zweck – und bringt dann unrealistische Ergebnisse im Bereich mehrerer Tausend Euro. Der teuerste Wein, den man aktuelle im Handel kaufen konnte, den ich getrunken habe, kostete so um die 1.000 Euro.

Muss ein guter Wein zwingend teuer sein?

Überhaupt nicht. Ich glaube ganz sicher, dass es (mit Ausnahmen und Irrtümern) einen linearen Zusammenhang zwischen Preis und Qualität gibt, der irgendwo bei 30 bis 50 Euro endet. Alles danach ist Markt, Hype, Liebe oder ähnliches (auch Angeberei und Irrsinn). Und um es ganz deutlich zu sagen: der billigste Wein, den ich in diesem Jahr mit Vergnügen getrunken habe, hat keine 3 Euro gekostet. Nur ist das in dem Preissegment eher eine Ausnahme.

Hand aufs Herz: Hast du einen guten Wein im Keller, den du niemals trinken wirst, sondern nur besitzen willst? Wenn ja, welchen und warum?

Jein, ein paar Flaschen 2009 Château Pontet-Canet – der ist aus dem Geburtsjahr meiner Tochter und für sie bestimmt (besitzen will ich ihn also nur bis zu Ihrem 18. Geburtstag). Wenn mein Leben nach dem schönsten vorstellbaren Plan verläuft, trinkt sie zu ihrem 50. Geburtstag eine Flasche davon mit mir. Mindestens eine von den Flaschen bewahrt sie aber auf bis zu einem Zeitpunkt, den ich nicht erleben werde, es sei denn ich erreiche ein nach heutigem Stand der Medizin unmögliches Alter.

Jeder kennt das Problem: Man möchte eine gute Flasche Wein kaufen, steht vor dem Regal im Supermarkt und weiß nicht weiter: Was ist dein Rat für diese Situation?

Begeben Sie sich in dieser vertrackte Situation zwei Türen weiter – in die Räumlichkeiten eines Weinhändlers. Da ist dann gleich jemand, der Ihnen weiterhilft. Im Ernst: Supermarktweine können gut sein, aber kaum jemand verfügt über die hellseherischen Fähigkeiten um die guten von den schlechten zu unterscheiden – nicht mal die Mitarbeiter des Supermarktes.

Welche Web-Seiten zum Thema Wein benutzt du gerne?

Facebook hat schöne Weingruppen, dann gibt es noch die Webweinschule - ein Projekt, bei dem ich zusammen mit einer Weinhändlerin Wein erkläre. Ein interessantes journalistisches Angebot ist ‚Die Wineparty‘. Der Rest sind andere Blogs (siehe nächste Antwort).

Abgesehen von deinem eigenen Blog - welche Weinblogs liest du am liebsten?

Drunken Monday, Bernhard Fiedlers Weinblog, Würtz-Wein & Originalverkorkt.

Wie ist deine Sicht auf die Debatte über Schraubverschluss und Korken?

Lieber Krrrk als Plopp, definitiv! Ich habe schon so viel Geld an die blöde Baumrinde verloren (die kann einen Wein nämlich ruinieren) und die Romantik eines Korkenziehers kann ich nicht sehen.

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