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Interview mit Heiner Kroke, CEO momox

momox.de war der erste Anbieter seiner Art in der Re-Commerce-Branche. Woher kam die Idee und Inspiration, ein Ankaufsportal dieser Art zu gründen?

Heiner Kroke, CEO momox
Heiner Kroke, CEO momox.

Ideengeber und Gründer von momox ist Christian Wegner. Als er bereits 2004 auf einem Flohmarkt in seinem Berliner Kiez unterwegs war, kaufte er für kleines Geld vier Bücher und veräußerte diese danach über Ebay - mit Gewinn, aber großem Zeitaufwand. Dem damals joblosen Wegner kam die Idee, den Verkaufsprozess zu optimieren und er entwickelte einen Algorithmus, der in der Lage war, Preise für gebrauchte Bücher und später auch weitere Medienartikel wie CDs, DVDs, Blurays und Computerspiele zu ermitteln. Das System dahinter ist sehr komplex und wurde über die Jahre immer weiter verfeinert. Bis heute ist dieser Algorithmus die Basis der Geschäftsidee von momox. Das erste Lager für die gebrauchten Artikel war die Berliner Wohnung der Familie Wegner. Recht schnell war der Platz knapp und es wurde eine zweite Wohnung angemietet. Kurz darauf wurde es auch dort zu eng und momox mietete in Neuenhagen bei Berlin das erste 16.000 qm große Logistikzentrum an. Um den ständig wachsenden Logistikanforderungen gerecht zu werden, zogen wir Ende 2011 zusätzlich in das ehemalige Quelle Logistikzentrum in Leipzig ein und erweiterten die Lagerkapazitäten um weitere 60.000 qm. Inzwischen zählt momox etwa 1.300 Mitarbeiter.

Welche Produktkategorie läuft am besten? Kann man sich erklären, wieso?

Von Anfang an sind tatsächlich Bücher unsere stärkste Kategorie, sie macht seit jeher circa 60 Prozent des Umsatzes aus. Besonders beliebt sind aktuelle Bestseller, außerdem laufen Schulbücher und Fachliteratur sehr gut. Es profitieren die Verkäufer, die für nicht mehr benötigte Bücher noch Geld bekommen und die Käufer, da sie bis zu 70 Prozent im Vergleich zum Neupreis sparen können.
Seit 2014 ist als neue Kategorie das Fashion-Segment hinzu gekommen. Der Handel mit gebrauchter Kleidung birgt viel Potential, ca. 600.000 Artikel hält momox zum Weiterverkauf am Lager. Dafür wird der komplette Standort Neuenhagen genutzt und ist reines Fashion-Lager geworden. In 2018 konnten wir das Wachstum im Fashion-Segment um mehr als 70 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigern. Wie eine Greenpeace-Umfrage 2015 ergab, liegt das vor allem daran, dass Kleidung nur noch halb so lange getragen wird wie noch vor 15 Jahren. Spätestens nach drei Jahren werden mehr als die Hälfte der Oberteile, Hosen und Schuhe ausgemustert. Jedes fünfte gekaufte Kleidungsstück wird nie getragen, genauso viele kommen nur weniger als drei Monate zum Einsatz. Daraus ergibt sich ein stetig wachsendes Potential für den Handel mit Second-Hand-Kleidung.

Mittlerweile gibt es ja eine große Bandbreite an Ankaufsportalen im Netz: Der Hauptunterschied zur Konkurrenz im Re-Commerce-Bereich ist vor allem, dass momox den Elektronik-Sektor vollständig auslässt. Weshalb?

Bis 2014 hat momox ebenfalls gebrauchte Elektronik wie Smartphones und Tablets angekauft. Mit Einführung der Fashion-Kategorie haben wir jedoch entschieden, uns ganz auf den Ausbau der Fashion-Kategorie zu konzentrieren, in der wir einen großen Wachstumsmarkt sehen. Für die Zukunft schließen wir weitere neue Kategorien nicht aus.

Welche Faktoren werden bei der Preisermittlung für den Ankauf betrachtet?

momox arbeitet mit speziell entwickelten, automatisierten Preisalgorithmen, die anhand verschiedener Variablen den Ankaufspreis ermitteln. Der Preis richtet sich vor allem nach Angebot und Nachfrage, heißt, wie oft hat momox einen Artikel bereits auf Lager und wie stark wird dieser im Wiederverkauf nachgefragt. Die eigenen Erfahrungswerte, also die historischen realisierten Preise auf der momox-Website und die Nachfrage eines Artikels auf den eigenen Verkaufsplattformen medimops.de für Medien und ubup.com für Kleidung werden ebenfalls herangezogen. Wir gehen dabei also nicht vom Neupreis aus und kalkulieren alle 30 Minuten neu.

Auch in Frankreich ist momox als Ankaufsportal bereits etabliert. Was sind die Pläne für die weitere Entwicklung von momox?

Im laufenden Geschäftsjahr und auch für 2019 ist der weitere Ausbau des Wachstums und der Internationalisierung geplant. Unser Fokus liegt dabei auf der weiteren Stärkung der eigenen Plattformen medimops.de, ubup.com und momox-shop.fr., die wir unter anderem durch Investments in TV-Werbung erreichen möchten. Eine große TV-Kampagne mit neuen Spots ist bereits im Juli gestartet.

Foto: Verwendung mit freundlicher Genehmigung der Presseabteilung von momox.de.

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