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Interview mit Dr. Karl-Heinz Datum von Alles über süße Weine

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Dr. Karl-Heinz Datum von Alles über süße Weine

Dr. Karl-Heinz Datum von Alles über süße Weine

„Wirklich gute Weine müssen schon beim ersten Probieren Lust auf den nächsten Schluck machen.“

Beschreibe Deinen Blog in zwei Sätzen und erkläre, was das Besondere daran ist!

Süße Weine, also halbtrockene, feinherbe Weine und Süßweine stehen im Mittelpunkt meines Blogs „Alles über süße Weine“. Wie diese Weine schmecken, zu welchen Gerichten sie passen, welche sich gut als Aperitif eignen, das sind wesentliche Themen des Blogs. Ergänzt wird dies durch Koch- und Backrezepte. Das Besondere daran ist zum einen, dass dieser Blog meines Wissens nach der einzige Weinblog ist, bei dem Süßweine die Hauptrolle spielen. Zum anderen gibt es zusätzliche Seiten mit weitergehenden Informationen zu den unterschiedlichen Süßwein-Typen für alle jene, die mehr zu süßen Weinen erfahren wollen. Das umfasst beispielsweise Herkunft, Terroir, Weinbau, Weinherstellung, Qualitätsstufen, Aromen und geeignete Serviertemperaturen.

Wie bist du auf die Idee gekommen einen eigenen Weinblog zu starten?

Wenn Freunde zum Essen kommen, war und ist Süßwein immer ein fester Bestandteil des Menüs. Welch große Vielfalt süßer Weine es gibt, ist mir jedoch erst bei meiner Ausbildung zum Weinakademiker bewusst geworden. Als ich dann aber das Thema Süßwein bei Freunden und Bekannten ansprach, habe ich festgestellt, dass viele zwar gern trockenen Wein zum Essen trinken, Süßwein aber so gut wie nie. Häufig angeführter Grund dafür war, dass sich diese Freunde und Bekannten nicht so gut mit Süßweinen auskannten. Gleichzeitig ist mir auch klar geworden, dass ich wenig darüber weiß, welche süßen Weine gut zu einem bestimmten Gericht passen.
Daraus entstammt die Idee eines Süßwein-Blogs, der sich einerseits der Vielfalt der Süßwein-Typen widmet und andererseits auch dem Thema der Kombination von Süßwein mit Essen.

Welcher Wein ist dein persönlicher Favorit?

Favorit ist für mich Riesling, insbesondere der deutsche Riesling. Ich liebe seine Fruchtaromen, vor allem jedoch Extrakt und Säure. Ich trinke ihn oft zum Essen, von der Vorspeise bis zum Dessert - von trocken über feinherb, bis hin zur süßen Auslese.

Welche Kriterien sind für dich bei der Bewertung eines Weines entscheidend?

Landläufig heißt es immer: Farbe, Geruch und Geschmack. Stimmt, für mich ist aber auch sehr wichtig wie sich diese Trias auf den Auftritt des Weins auswirkt. Das Zusammenspiel von Duft, Aromen, Komplexität, Säure, Tannin, Abgang und Körper sind dabei entscheidend. Was noch unbedingt dazu gehört: Wirklich gute Weine müssen schon beim ersten Probieren Lust auf den nächsten Schluck machen.

Weißwein, Rosé , Rotwein oder doch lieber Sekt?

Das hängt von vielem ab. Oft bestimmen bei mir Jahreszeit, Stimmung und der Anlass die Wahl. Leichten Weißwein oder Rosé trinke ich eher im Sommer, Rotwein oft auch abends am Kamin, zu Desserts fast immer süßen Wein - und bei Feiern sehr gern Champagner.

Welcher ist der teuerste Wein, den du bisher getrunken hast?

Schwer zu sagen, da sehr gute, preisgünstig eingekaufte Weine in späteren Jahren durchaus sehr teuer gehandelt werden können. Unter diesem Aspekt ist es wahrscheinlich ein 2011er Meursault Genevrieres 1er Cru von Coche Dury.

Muss ein guter Wein zwingend teuer sein?

Nein, ordentliche Weine, die schon Trinkvergnügen bieten gibt es schon um etwas mehr als 5 €.
Unter diesem Preis gibt es zwar annehmbare Weine, die aber meist nur neutral und einfach sind. Gute, qualitativ hochwertige, harmonische Weine mit eigenem Charakter sind schon um die 10 € zu finden, manchmal auch schon etwas darunter.

Hand aufs Herz: Hast du einen guten Wein im Keller, den du niemals trinken wirst, sondern nur besitzen willst? Wenn ja, welchen und warum?

Nein, für mich sind Weine keine Geldanlage. Wenn ich einen Wein kaufe, dann trinke ich ihn auch. Irgendwann, sicher nicht zu spät. Es wäre schade um den Wein. Ich will doch wissen wie er schmeckt!

Jeder kennt das Problem: Man möchte eine gute Flasche Wein kaufen, steht vor dem Regal im Supermarkt und weiß nicht weiter: Was ist dein Rat für diese Situation?

Ich schaue mir in jedem Supermarkt, in den ich komme, die Weinabteilung an. Bei manchen Märkten hätte ich wirklich Probleme, andere sind exzellent sortiert. Besitzern eines Smartphones rate ich, sich für solche Fälle schon einmal, sozusagen prophylaktisch, eine App herunterzuladen, mit der man mittels des Etikettenbilds auf Bewertungen des Weins zugreifen kann. Ohne App, wenn der Einkauf ein Präsent sein soll, rate ich dazu entweder einen bekannten Marken-Champagner zu kaufen oder sich beraten lassen. Gerade in gut sortierten Märkten findet man fast immer einen weinkompetenten Verkäufer. Ist der Wein für den eigenen Haushalt bestimmt, kann man durchaus etwas wagen und einen unbekannten Wein kaufen. Man sollte sich dabei ruhig auch etwas Gutes gönnen - sprich auch etwas mehr investieren.

Welche Web-Seiten zum Thema Wein benutzt du gerne?

Wegen der guten Verkostungsnotizen nutze ich gerne Wein-Plus.eu; um Weinbezugsquellen zu suchen, aber auch um Informationen zu Weinregionen zu erhalten wine-searcher; wegen der vielfältigen Artikel, den Karten der Weinregionen, den Verkostungen und auch einem online-Zugang zum Oxford Weinlexikon die Seite Jancis Robinson. Alle drei Seiten haben für jeden frei zugängliche Seiten - um alle Angebote dieser Websites nutzen zu können, muss man jedoch einen jährlichen Beitrag entrichten.

Abgesehen von deinem eigenen Blog - welche Weinblogs liest du am liebsten?

Ich schaue bei vielen Blogs immer wieder vorbei. Bei welchen, das hängt stark vom Thema des jeweils aktuellen Blogbeitrags ab. Was Thema des aktuellen Beitrags ist, sehe ich auf weinblogs.unfiltriert.de. Dort gibt es einen tollen Überblick, was täglich an neuen Blogartikeln in der deutschen Weinblogszene erscheint - mit entsprechender Verlinkung. Daneben besuche ich gern Bernhard Fiedlers Weinblog, der Blog eines mir bekannten Winzers, um zu erfahren, was aktuell im Weinberg oder Keller los ist.

Wie ist deine Sicht auf die Debatte über Schraubverschluss und Korken?

Ein Schraubverschluss hat den wesentlichen Vorteil, dass ein Korkschmecker nahezu ausgeschlossen ist.
Das Entfernen des Korkens aus der Weinflasche ist aber Auftakt eines Rituals, das ausschließlich dazu dient, einen meist wirklich großen Wein zu zelebrieren. Das beginnt mit dem Aufschneiden der Kapsel, dem Ansetzen des Korkenziehers, dem Eindrehen, dem Öffnen der Flasche, dem Abziehen des Korkens, dem Zur-Nase-Führen und Riechen am Korken und gegebenenfalls der Weitergabe an die Gäste zur Geruchsprobe.
Ohne diese Handlungen fallen das Ritual und so auch meist die damit verbundene Vorfreude auf den kommenden Genuss für viele wesentlich kürzer aus.
Dieses Zelebrieren ist für mich bei sehr guten Weinen das Argument, einen mit Naturkork verschlossenen Wein zu bevorzugen. Solange keine Langzeit-Vergleichsstudie vorliegt, dass der Drehverschluss sich besser als Naturkork hinsichtlich der Reifung oder Alterung eines Weins auswirkt, wird das sicher auch so bleiben.

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