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Ratgeber für den Spirituosenkauf

Fortsetzung: Ratgeber für den Spirituosenkauf

Alkoholometrie oder: Was sagt der Volumenprozentanteil aus?

Auf einen Blick!

Volumenprozent
Gibt den Alkoholgehalt als Volumenkonzentration des reinen Ethanols im alkoholischen Getränk bei 20°C an. Die Angabe des Wertes ist für Alkoholika mit über 1,2% v/v gesetzliche Pflicht.

Volumentprozent wird angegeben in % v/v, oder Vol.-%, oder % vol..
Seit 2013 sind, nach dem internationalen Größensystem, allerdings Ergänzungen wie das Volumen bei Volumenprozent nicht mehr zulässig. Statt dessen soll lieber gesagt werden: Der Volumenanteil des Getränkes beträgt x%.
Formel:
Getränkemenge in Milliliter x (Alkoholgehalt in Volumenprozent : 100) x 0,8 = Enthaltene Alkoholmenge in Gramm.

Volumenprozent

Seit dem ersten Abschnitt ist von Volumenprozent die Rede, dabei fragt im Alltag doch keiner: „Hey, wie viel Volumenprozent hat eigentlich dieser Wein?“ Gängig ist, von einfachen Prozenten zu sprechen, tatsächlich gemeint sind beim Alkoholgehalt aber die Volumenprozentangaben. So will es die EU-Lebensmittel-Informationsverordnung. Das überrascht auf den ersten Blick, denn das Volumenprozent als Einheit ist eigentlich veraltet. Heutzutage differenziert man stattdessen gleich zwischen den physikalischen Einheiten des Volumenverhältnisses, der Volumenkonzentration und des Volumenanteils. Aus den Volumenprozent als Begriff lässt sich nur herauslesen, dass sich ein Volumen auf ein anderes bezieht, aber nicht, wie.
Das heißt natürlich nicht, dass die Volumenprozentangabe im Alkohol willkürlich ist. Mit ihr wird die Volumenkonzentration des Ethanols im Getränk angegeben. Ethanol, das ist der Alkohol; wenn wir vom Alkohol in alkoholischen Getränken sprechen, dann meinen wir eigentlich Ethanol. Die Volumenprozentangabe bezieht sich außerdem auf die Volumenkonzentration des Ethanols im Getränk bei 20°C.

Was hat die deutsche Sprache über Spirituosen zu sagen?

Spirituosen
Spirituosen gibt es in großer Vielfalt

Spirituosen sind weder spirituell noch spiritistisch, mit dem Geist haben sie aber trotzdem zu tun. Das liegt daran, dass ihr Name von demselben Wort abgeleitet wurde, nämlich dem „Spirit“, welches auch in „Spirituosen“ zu finden ist. Aus dem Lateinischen übersetzt bedeutet „Spirit“ nichts anderes als Geist. Unter den 46 Kategorien, in die die Spirituosen klassifiziert sind, befinden sich, ebenfalls in Anlehnung daran, die Geiste als eigene Gattung. Es verwundert also nicht, dass die Spirituosen auch als geistige Getränke bezeichnet werden. Das alles, obwohl kein Zweifel daran besteht, dass Alkoholkonsum einen Menschen nicht gerade zu geistiger Höchstleistung beflügelt, und betrunkene Tiere sind diesbezüglich leider nicht besser dran.
In der Umgangssprache haben Spirituosen viele Namen. So ist die Spirituose bekanntlich im Volksmund nicht nur als geistiges Getränk, sondern auch als Branntwein, Schnaps oder Fusel prominent.
Mit der Bezeichnung „Schnaps“ hat es dabei eine lustige Bewandtnis, wahrscheinlich abgeleitet vom Schnappen, dessen ursprüngliche Bedeutung die eines schnellen und einzigen Schluckes war, bezieht sie sich darauf, dass man sich Spirituosen gerne einmal als Kurze in Pinnchen, die ja auch Schnapper oder Schnapsgläser genannt werden, auf Ex die Kehle herunterkippt. Dieses hastige Trinken ohne das Glas abzusetzen motivierte die Menschen aus dem niederdeutschen Sprachraum des späten 18. Jahrhunderts wohl dazu, gleich die ganze Vielfalt der Spirituosen nach diesem eben erwähnten einen Schluck zu benennen.
Zu guter Letzt: der Fusel. Obwohl, eigentlich passt es weit besser „zu schlechter Letzt“ zu sagen, denn Fusel ist ein abwertender Begriff für Spirituosen. Gemeint sind natürlich nicht die guten Schnäpse, die sorgfältig und mit Herzblut produziert werden, sondern diejenigen, die den Anforderungen an Spirituosen nicht oder kaum gerecht werden. Die Spirituosen also, die nicht fachgerecht hergestellt und von geringer Qualität sind. Die Fuselöle, die als Geschmacksträger nicht nur in Spirituosen, sondern auch in Bier und Wein vorkommen, leiten ihren Namen vom Fusel ab. Das liegt daran, dass sie häufig hochkonzentriert gerade in minderwertigen Spirituosen zu finden sind. Übrigens trägt die Menge der Fuselöle, neben der Höhe des Alkoholgehalts im Getränk, als dort enthaltener Schadstoff zur Abhängigkeitsgefahr von Alkoholika bei.

Fazit

Aufgrund der Artenvielfalt von Spirituosen ist es schwer, eine allgemeingültige Aussage zu treffen, die über die Definition ihrer Gemeinsamkeiten hinausgeht. Geschmacklich ist bei Spirituosen von Bitter bis Süß alles dabei. Die beiden Geschmacksrichtungen liegen, wie an den Likören zu sehen ist, bei ihnen sogar so nah beieinander, dass sie manchmal kaum noch zu unterscheiden sind. In der EU-Verordnung sind 46 verschiedene Spirituosenkategorien festgelegt, die sich weiter in Produktkategorien wie „Wodka“ und „Eierlikör“ unterteilen lassen. Sich auf dem Spirituosenmarkt zurechtzufinden ist also nicht so einfach. Es gibt so viele Begriffe, teils mit verschiedenen Definitionen, teils mehrere für dieselbe Sache; letzteres etwa dann, wenn es sich um dasselbe Produkt auf unterschiedlichen Sprachen handelt.
Die Frage danach, ob Sie lieber Scotch Whisky oder Whiskey trinken, sich für Ron oder Rum entscheiden, und das Kirschwasser dem Amaretto oder Persico vorziehen, können nur Sie für sich selbst beantworten. Es ist auch nicht unser Ziel. Wir hoffen aber, dass dieser Ratgeber Ihnen die nötigen Informationen an die Hand gegeben hat, um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern.
In diesem Sinne: Zum Wohl!

Text: Noelle Esposito


Hier finden Sie die Themen des Ratgebers für den Spirituosenkauf noch einmal in der Übersicht:


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